Mittelschwere Hochtour auf einen relativ unbekannten "Ötztaler". Steiler Auftieg und im Gipfelbereich wohl Schwierigkeitsstufe I. Trotz der guten Erreichbarkeit über die Timmeljochpassstraße (Ausgangspunkt 2.170 m) wird die Tour scheinbar kaum begangen. Dies liegt vielleicht an dem mühsamen Aufstieg über steiles Blockwerk und den vielen anderen (bekannteren) Gipfeln im hinteren Ötztal. Die Tour ist neben dem Sass Rigais die bisher Schwierigste in meiner Liste.
Der Wetterbericht versprach bis Nachmittag gutes Wetter und ich hatte Urlaub, also Sachen gepackt und Richtung Ötztal. Gegen halb 4 Uhr morgens kam ich in Hochgurgel ab und stellte mein Auto am Parklatz vor der Mautstelle zur Timmelsjochpasstraße ab (2.171 m). Man folgt anfangs am Besten dem Skilift, der Richtung Kirchenkar hinaufführt. Zuerst geht es noch eher flach aufwärts, dann kommt aber bald die erste Steilstufe. Hat man die Lawinensperren passiert, wird es zum Glück wieder flacher. Am Ende des Skiliftes befindet sich eine kleine Hütte, die aber nur im Winter bewirtschaftet wird. Ab hier gibt es zwei empfehlenswerte Routen zum Gipfel. Einmal die "Diretissima" durch das Kirchenkar und dann leicht rechts haltend eine steile Rinne (Firn ca. 45-50°) hinauf. Oder man steigt nach dem Skilift scharf rechts schräg den Hang hinauf und gelangt dadurch in ein Hochtal (blaue Linie). Beide Wege treffen im steilen Block und Schuttfeld ca. 150 m unterhalb des GIpfels. Spätestens hier hört der Spass auf und es wird richtig anstrengend und ungmütlich. Über Flesblöcke aller Größe muss man den ca. 40-60° steilen Hang hinaufkraxeln, wobei man nie weis ob nicht der Block unter einem ins Rutschen gerät. Also das ganze ist ewas heikel und man sollte immer darauf achten ob der nächste Tritt hält. Auf dem Blockfeld hält man sich etwas rechts, um auf die etwas flachere Schulter des Westgrades ca. 50 m unterhalb des Gipfels zu kommen. Weiter über etwas leichteres Blockwerk geht es zu einer steilen Platte kurz vor dem Gipfel (hier meines Erachtens. I. Schwierigkeitsgrad). Auf dem Gipfel hätte man einen schönen Tiefblick auf das Timmelsjoch, doch leider stiegen vom Timmelstal Wolken auf. Die anderen Gipfel des hinteren Ötztales, wie Wildspitze, Ramolkogel, Schalfkogel usw. waren aber frei von Wolken. Beim Abstieg empfiehlt es sich erstens beim steilen Blockfeld höllisch aufzupassen und zweitens den später etwas flacheren Weg durch das Hochtal (blaue Linie) zu nehmen.
|